4.Totenbildnis des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz - Kulturlandschaft Zwätzen e.V.

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4.Totenbildnis des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz

Historisches > Historische Miniaturen

Der am 28. März 1619 geborene Sohn des sächsischen Kurfürsten erhielt kraft des väterlichen Testaments von 1652 das Stiftsgebiet von Naumburg-Zeitz, dazu den albertinischen Teil der Grafschaft Henneberg sowie thüringisches Gebiet und osterländischen Besitz. Nach dem letzten Willen des Vaters waren für die vier Nachgeborenen sog. „Sekundogenituren“ eingerichtet worden. Die Gebiete, die man zu diesem Zweck ausersehen hatte, waren vor allem ehemalige geistliche Territorien. Als Statthalter der Ballei Thüringen des Deutschen Ordens stand ihm eine Stelle im engeren Ausschuß der Ritterschaft zu. 


An den kurfürstlichen Landtagen nahm er jedoch nicht selbst teil, sondern ließ sich durch einen seiner Räte vertreten. Spätestens nachdem Herzog Moritz 1656 entgegen der Or­densgrundsätze Prinzessin Dorothea Maria von Sachsen-Weimar geheiratet hatte und ihm die Sekundogenitur  zugefallen war, faßte er die Einrichtung einer neuen Residenz in Zeitz ins Auge. Aus dieser zweiten Verbindung sollten vier Prinzen und vier Prinzessinnen hervorgehen. In Zeitz entstand ein neues kulturelles Zentrum, das das Bild des sächsisch-thüringischen Ba­rock mitbestimmte. Seit 1657 ließ er ein neues Schloß  anstelle des vormaligen, 1644 durch schwedische Truppen zerschossenen Bischofssitzes an der Elster erbauen. Für den Neubau, den er „Schloß Moritzburg an der Weißen Elster“ nannte, wurden von 1657 bis 1670 rund 130.000 Gulden ausgegeben.  Er residierte dort mit seiner Familie ab 1663 und führte eine Blüte der Hofmusik herbei, indem er Heinrich Schütz die Schloßkapelle einrichten ließ. Als „Kapellmeister von Haus aus“ gab dieser ihm Hinweise zu deren baulicher Gestaltung, der zweigeteilten Orgelempore. Darüber hinaus stellte er eine Kapellordnung und ein Ordnungsprinzip für das Notenarchiv auf. Über seine geistigen Interessen liegen zwiespältige Urteile vor. Seine fürstliche Rolle blieb auf den Aufgabenbereich eines Sekundogeniturfürstentums beschränkt. Dennoch setzte er eigene Akzente. So ging die Einteilung des Kurfürstentums Sachsen in Kreise auf ihn zurück. Dies gliederte sich ein in die während seiner Regierungszeit durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung der Verwaltung. Seine Aufgaben als Regent soll er ernst genommen haben. Er bemühte sich um die Beseitigung der Kriegsfolgen und um die Hebung von Handel und Gewerbe, Wirtschaft und Bildung. Seine Position wurde 1660 noch gestärkt, als ihm von Kaiser Leopold I. das Stift Naumburg-Zeitz als Reichslehen zugesprochen wurde. Mit Veit Ludwig von Seckendorff konnte Moritz einen der bedeutendsten Juristen und Staatsrechtler seiner Zeit als Kanzler, Gehei­men Rat und Konsistorialpräsidenten verpflichten. Seinen Dienst in Zeitz trat dieser im Dezember 1664 an. Die Aufgaben des Landesfürs­ten sah Seckendorff in der „erhaltung des gemeinen nutzens und wohlwesens“, wobei dem die Auffassung vom christlichen Regiment zugrunde lag. Herzog Moritz starb am 4. Dezember 1681 in seiner Residenz in Zeitz. Laut der Inschrift auf dem Totenbildnis soll der thüringische Statthalter „Sanft und seelig in seinem Herren Jesu entschlaffen“ sein.
 
 
Copyright Bild: Museum Schloss Moritzburg Zeitz (museum digital)
Copyright Text: 2015 Kulturlandschaft Zwätzen e. V.
 

 
 
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